Aufgenommen:
Laut Cover am 23. August 1969, Dinner Show. Manche Quellen nennen den 24.
August MS.
Erschienen: 1994
Tracklist:
Opening Theme
Blue Suede Shoes
I Got A Woman
All Shook Up
Monologue
Love Me Tender
Jailhouse Rock/Don't Be Cruel
Heartbreak Hotel
Monologue
Hound Dog
I Can't Stop Loving You
Johnny B. Goode
Monologue (Life story)
Baby What You Want Me To Do
Runaway
Are You Lonesome Tonight
Words
Yesterday/Hey Jude
Introductions
In The Ghetto
Suspicious Minds
Das Opening Theme hat viel Power. Es erinnert ein bißchen an die
Anfangsmelodien der Samstagabend-Shows der 60er und 70er Jahre im TV. Es macht
neugierig darauf, was noch kommt. Es lässt beinahe das „Also Sprach
Zarathustra“, welches erst viel später regelmäßig als Opener eingesetzt
wurde, vergessen. Das Klavierspiel von Larry Muhoberac schreit nach purem
Rock`n´Roll!
Beim darauffolgenden Song „Blue Suede Shoes“ ist es nicht möglich,
seine Füße still zu halten. Das Gitarrensolo von James Burton wird von den
Bläsern des Bobby Morris Orchestras unterstützt! WOW!!!
Es folgt das berühmte “Well Well” und dann ein powervolles „I Got A
Woman“, gefolgt von einem schönen „All Shook Up“.
Nun begrüßt Elvis sein Publikum und erzählt ihnen, dass dies seine erste
Live-Performances seit 9 Jahren ist, bevor er „Love Me Tender“,
welches Elvis nach eigener Aussage 1927 aufgenommen hat, anstimmt. Das
Klavierspiel gibt diesem Song eine besondere Note.
Was nun kommt, kann man als rare Aufnahme bezeichnen: Ein Medley aus „Jailhouse
Rock“ und „Don`t Be Cruel“. „Jailhouse Rock“ kommt
allerdings ein bisschen zu kurz und auch ohne Gitarrensolo, was sehr schade
ist. 1969 waren diese Solos ja noch nicht so selten, wie in den späteren 70er
Jahren.
Direkt danach folgt ein hervorragendes „Heartbreak Hotel“, welches
extrem bluesig ist. Allerdings ist auch hier das erwartete Gitarrensolo von
Mr. Burton Fehlanzeige!
Nach einem fast 2-minütigen Monologue folgt ein fetziges „Hound Dog“
MIT Gitarrensolo.
Nun kommt ein neuer Song: „I Can`t Stop Loving You“. Für mich ein
bisschen zu langsam. Trotzdem sehr gut gemacht!
Zu den ersten Live-Darbietungen gehört auch das nun folgende „Johnny B.
Goode“, welches allerdings nicht unbedingt zu den besten Versionen gehört.
Da gab es später bessere!
Was jetzt folgt, lässt meine Hand eigentlich immer zu der Fernbedienung
greifen. Es kommt eine über 7-minütige Lebensgeschichte, die der King erzählt.
Entschädigt wird man allerdings durch das folgende „Baby What You Want
Me To Do“, das wir beim 68` Comeback schon hören durften. Eins meiner
Lieblingssongs!
Nun wieder eine seltene Aufnahme. Die Rede ist von „Runaway“.
Selten, weil Elvis diesen Del Shannon-Klassiker nur im Jahre 1969 gebracht
hat. Schade eigentlich!
Ohne großes Gerede folgt „Are You Lonesome Tonight“. Nur drei Tage
später hatte Elvis seinen berühmten Lachanfall bei diesem Song.
Im Anschluß folgt „Words“. Eine sehr schöne Version, wie man es
bei diesem Lied eigentlich auch gewohnt ist!
Die Beatles-Klassiker „Yesterday/Hey Jude“ gefallen mir persönlich
besser als die Originale. Elvis hätte aber besser die Finger davon lassen
sollen. Es sind einfach keine Elvis-Songs, wenn man mich fragt!
Nach der Bandvorstellung folgt der neue Hit „In The Ghetto“, der
einen immer wieder genau hinhören lässt. Dieser Song „ist Elvis“!
Schade, dass der King ihn später nicht mehr gebracht hat. Dieses Lied hätte
auf vielen „einheitlichen“ Konzerten eine besondere Perle dargestellt!
Was nun kommt, ist das brandneue „Suspicious Minds“. Ein Klassiker,
der immer wieder unter die Haut geht. Hätte vielleicht ein wenig schneller
gespielt werden können. Dafür ist es aber eine tolle Version!
Die nun folgenden Songs „What I Say“ und der Schlußsong „Can`t
Help Falling In Love“ sind sehr gut vorgetragen. Sie stammen allerdings
nicht vom 23. August 1969, sondern vom 3. August 1969. „What I Say“ wäre
eigentlich auch ein toller Abschlußsong gewesen. „Can`t Help...“ ist hier
noch in der original Geschwindigkeit gespielt worden.
Mein Gesamturteil:
Diese CD darf wirklich in keiner gut sortierten Sammlung fehlen! Wer sie nicht
hat, sollte sie sich bald besorgen. Allein die genannten raren Aufnahmen
verpflichten einen dazu!
Die Soundqualität würde ich nach Schulnoten bei 3 Plus bis 2 Minus
einstufen!
Tschabo 07/05