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Raised On Rock
(CD)

1.
Raised On Rock
2. Are You Sincere
3. Find Out What's Happening
4. I Miss You
5. Girl Of Mine
6. For Ol' Times Sake
7. If You Don't Come Back
8. Just A Little Bit
9. Sweet Angeline
10. Three Corn Patches
Recorded at Stax Studios, Memphis, Tennessee on July 21-23, 1973, except tracks
2 & 4 recorded at Elvis' home, Palm Springs, Florida on September 22-24,
1973. Originally released on RCA (APL1-0388). Digitally remastered by Dick
Baxter (BMG Recording Studios)
Personnel: Elvis Presley (vocals), James Burton, Reggie Young, Charlie Hodge,
Bobby Manuel (guitar), Bobby Wood, Don Sumner (piano), Bobby Emmons (organ),
Tommy Hensley, Tommy Cogbill, Donald Dunn (bass), Jerry Carrigan, Ronnie Tutt,
Al Jackson (drums), Joe Esposito (percussion), J.D. Sumner & The Stamps,
Voice, Kathy Westmoreland, Jeannie Green, Mary Holliday, Ginger Holliday (background
vocals).
1973 erscheint dieses Album, welches Elvis samt Band (sowohl aus seiner
Tourband, als auch Musiker, mit denen er das letzte Mal während der
'69er-Memphis Sessions gearbeitet hat) in Memphis' Stax Studios aufnahm.
Das Album beginnt mit einem echten Rocker, nämlich dem Titelstück "Raised
On Rock" und sowohl der Song selber, als auch der Titel lässt die
Frage aufkommen, ob das Rock'n'Roll-Album, welches Elvis 1972 in einem Interview
erwähnte, hier in unseren Händen liegt. Elvis bringt den Song mit genügend
Power rüber, so dass die Single auch über Platz #41 hätte steigen können;
trotzdem klingt das Lied nicht wie ein Nummer 1-Hit.
"Are You Sincere" und "I Miss You" wurden in
Elvis' Haus in Palm Springs aufgenommen. Auf Ersteres wurde Elvis aufmerksam
gemacht durch Sherrill Nielsen. Obwohl "I Miss You" einen
gewissen Charme hat, sind diese beiden Lieder absoluter Durchschnitt. "Girl
Of Mine" ist eine Katstrophe! Dies liegt weniger an Elvis Darbietung
(obwohl die auch alles andere als inspirierend ist), als an dem Sound, der u.a.
dadurch zustande kam, dass ein billiges Mikrofon eingesetzt werden musste, da
das gute gestohlen wurde, bzw. nicht auffindbar war. Nächstes Lied und endlich
auch mal wieder ein echter Höhepunkt ist Elvis' Version des Tony Joe
White-Klassikers "For Ol' Times Sake". Dies ist wahrscheinlich
der beste Take dieses Albums. "Sweet Angeline" ist durchaus ein
schöner Song, der allerdings nicht sehr weit über "I Miss You"
steht. Bleiben noch "Find Out What's Happening", "Just
A Little Bit", "If You Don't Come Back" und "Three
Corn Patches". Die letzten beiden wurden von Leiber & Stoller
geschrieben, wobei "Three Corn Patches" wohl einer der
schlechtesten Songs dieser beiden sein dürfte. Elvis klingt relativ
gelangweilt. "If You Don't Come Back" ist funky gespielt und
hat eine düstere Stimmung, die auch hervorgerufen wird durch Elvis, der klingt,
ich hasse es dies zu sagen, wie im tiefsten Medikamenten-Sumpf. "Just A
Little Bit" klingt leicht frischer, allerdings merkt man, wie stark
Elvis abgebaut hat, besonders wenn man es mit Jerry Lee Lewis' Version
vergleicht, die dieser im selben Jahr auch in Memphis für sein geniales
"Southern Roots"-Album aufgenommen hat (übrigens haben sowohl Carl
Perkins, als auch Tony Joe White bei dem Album mitgespielt). "Find Out What's
Happening" ist meiner Meinung nach der beste von den rockigen Songs,
ausgenommen mal vielleicht "Raised On Rock". Bei "Find
Out...." hört sich Elvis beinahe so an, als hätte er wirklich
Gefallen gefunden an dem Song, allerdings hätte er es auch noch besser machen können.
Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass dieses Album durchaus ein großartiges
hätte werden können, wenn man z.B. so schlau gewesen wäre, stärkere Songs zu
nehmen, wie "Burning Love", das ja auch nur auf ´nem
Billig-Label-Album veröffentlicht wurde. Auch unbegreiflich ist, dass einige
der besten Stücke aus diesen Sessions erst später auf dem Album "Good
Times" veröffentlicht wurden. Man muss leider sagen, dass Elvis wirklich
nur Durchschnitt mit diesem Album abgeliefert hat. Mit einem starken Album hätte
er einen großen Hit landen können, besonders nach dem Erfolg des "Aloha
From Hawaii"-Soundtracks. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass
Elvis in einer sehr schlechten gesundheitlichen Verfassung war. Piano-Spieler
Bobby Wood erwähnte, wie schlecht Elvis ausgesehen habe und dass er nicht
glauben konnte, dass dies wirklich der selbe Mensch gewesen sein soll, mit dem
er (Wood) vorher schon zusammengearbeitet hat.
Leif Rocker
(JimDandy) 05/2005
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