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Movin` Mobile (CD)

Das neue
Madison Release Movin' Mobile ist cool. Endlich mal wieder eine Import CD, wo
fast alles stimmt: Der Sound ist sehr gut, das Booklet ist ästhetisch und
informativ gestaltet und wir haben, bis auf einen kleinen Part der Show, der
bereits als Bonus auf der 2CD We'll Make You Happy erschienen war und natürlich
den Bonussong Let Me Be There aus Cincinnati 1976, den es früher schon auf
Holding Back the Years gab (allerdings nicht in Stereo), eine bis dato
unveröffentlichte
Show.
Wie eigentlich alle Soundboards aus dieser Tour (Mai/Juni 1975) ist auch diese
Afternoon Show aus Mobile, Alabama vom 2. Juni 1975 nicht ganz komplett. Es
fehlt (wie immer) der Anfang der Show, d.h. die Aufnahme setzt ein, als das
Opening Theme und See See Rider längst Geschichte sind und Elvis mit I Got A
Woman / Amen schon fast wieder fertig ist. Tatsächlich läuft das Medley noch
ca. 1:22 Minuten (und setzt mitten in Amen ein, bevor Elvis sich erst einmal als
Johnny Cash vorstellt und anschliessend dem Publikum erklärt, dass das hier
doch ziemlich ungewöhnlich sei, denn man habe noch nie zuvor an einem
Montagnachmittag gearbeitet. Anyway ... es geht weiter mit Love Me, If You Love
Me (Let Me Go), Love Me Tender natürlich wieder des inszenierten false start
inklusive, mit den Rocker aus alten Tagen All Shook Up und dem Medley aus
Teddy
Bear und Don't Be Cruel.
Elvis ist gut drauf, wie eigentlich in diesem Juni 1975 üblich. Im Booklet der
CD findet dazu den lustige Satz: No one is quite sure what fires the Memphis
Flash, but it's not strictly pharmaceutical.
Elvis singt The Wonder Of You, welches er seit dem Frühjahr 1975 wieder mehr
oder weniger regelmässig im Programm hat und gibt Burning Love mit den fast
schon üblichen Textschwierigkeiten und dem Nuschelgesang, wenn er nicht mehr
weiter weiss, zum besten. Burning Love wechselte sich in den Shows bekanntlich
mit Polk Salad Annie ab, welches in dieser Show dafür fehlt.
Eltliche Minuten streichen wieder für eine ausgiebige Bandvorstellung mit den
bekannte Soli seiner Musiker ins Land, bevor Elvis sich in T-R-O-U-B-L-E wirft.
Eine ordentliche Version, die er - bis auf eine etwas ängstlich gesungene
Stelle (so als habe er Angst, gleich den Text zu vergessen) - gut meistert.
Allerdings kann man nun auch wieder nicht mit Bestimmtheit sagen, ob's vollständig
geklappt hat, denn der Song ist auf der CD unvollständig; im Mittelteil fehlt
ein kleines Stückerl.
Weiter geht's mit dem an dieser Stelle quasi üblichen I'll Remember You, dem
Kristofferson Song Why Me Lord, bei welchem wie gewohnt J.D. Lead singt. Elvis
liefert den Refrain und an den bekannten Stellen die üblichen Sprüche wie
"not much" oder das mit hoher Stimme gerufene "sing it J.D."
dazu. Einmal muss er dann tatsächlich J.D. in der Strophe selbst singend
weiterhelfen, weil er ihn zum Lachen gebracht hat und dieser nicht selbst
weitersingen kann.
Die übliche Reprise-Version von Let Me Be There schließt sich an und Elvis
bringt noch An American Trilogy, Funny ... und Little Darlin', dessen albernen
Text er anschliessend nochmal kommentiert, bevor er noch ein letztes Mal
losrockt mit Mystery Train / Tiger Man und sich anschliessend mit dem üblichen
Can't Help Falling In Love verabschiedet.
Der Sound ist sehr, sehr ordentlich, das Publikum und dessen Reaktionen sind -
wie bei den anderen 1975er Juni-Soundboards auch - hervorragend zu vernehmen,
was dem Ganzen eine feine Live-Atmosphäre verleiht. Der Klang ist voll und zählt
definitiv zu dem Besten aus dieser Zeit. Verglichen mit der erst kürzlich
erschienen Fly! T-R-O-U-B-L-E ist es ein angenehmerer Hörgenuss (wobei ich ide
letztgenannte CD auch mag). Hier ist Elvis aber wenigstens nicht die ganze Zeit
mit den vielen Fliegen beschäftigt und kämpft sich relativ straight durchs
Programm.
Der Bonussong Let Me Be There, der sich als Track Nr. 26 auf der CD, dem Mobile
Concert noch anschliesst und in ungewohntem Stereo daherkommt, stammt aus der
Evening Show vom 21. März 1976 aus Cincinnati / Ohio. Natürlich ist es eine
feine Sache, das Ganze mal in Stereo zu hören, allerdings klingt die Aufnahme
eigenartig schrill und der erste Eindruck ist, dass man vielleicht am Sound noch
etwas korrigieren hätte können. Im direkten Vergleich mit der Holding Back The
Years merkt man aber auch, dass letztere dazumal einfach mit viel zu viel Reverb
bedacht wurde und viel zu künstlich klingt.
Wer die Konzerte aus dem Frühjahr 1975 mag, für den führt wahrscheinlich kaum
ein Weg an Movin' Mobile vorbei, aber selbst für denjenigen, der nur ein guten
exemplarischen Mitschnitt aus diesen Tagen sucht, ist die Movin' Mobile erste
Wahl - einmal, weil es ein recht kompletter Konzertmitschnitt ist, der einen gut
gelaunten Elvis präsentiert und zum anderen, weil der Sound zum besten gehört,
was aus diesen Tagen auf Soundboard existiert. Obendrein ist das 12-seitige
Booklet inklusive etlicher Bilder und einem Begleittext ganz prima gelungen und
sieht in der Realansicht noch besser aus als die hier bereits abgebildete
Frontansicht.
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