Edge Of Reality

         

Tracklist:

Edge Of Reality (Take 6)
Wonderful World (Take 5)
A Little Less Conversation (Take 10)
Gentle On My Mind (undubbed)
Suspicious Minds (undubbed)
Rubberneckin' (undubbed)
You'll Think Of Me (undubbed)
Wonderful World (Take 17)
Edge Of Reality (Take 8)
A Little Less Conversation (Take 16)
Almost In Love (backing track)
Cryin' Time (Live, Aug 21, 1970)
Suzie Q (Live, 1970's)
Blue Suede Shoes/Whole Lotta Shakin' Goin' On (Live, Aug 19, 1970)
 

Edge Of Reality
(GROOVY 2068)


Zur Aufmachung:
Das Frontcover dieser CD ziert ein Foto von Elvis aus seiner Kindheit, es ist sei Gesicht als 9 jähriger zu sehen, alles ganz in blau gehalten.
Wie das mit dem Inhalt in Verbindung zu bringen ist kann man nicht nachvollziehen, aber es sieht irgendwie sehr gut aus, auch mal eine nette Idee.
Auf der Rückseite des Frontcovers ist dann noch ein kleines Bild von Elvis Ende der 60er Jahre, er ist vor den Toren seines Hauses und schreibt Autogramme für die Fans. Man sieht, dass er gerade eine LP der TV Show "ELVIS" in der Hand hält. Es gibt dann einen Text mit Erklärungen zum Inhalt der CD, es wird dabei auf die einzelnen Songs eingegangen und wichtiges dazu angeführt.
Am Backcover finden wir neben der Songauflistung ein schönes Foto aus der Comeback TV Show, es ist aus der Szene als Elvis Trouble in der goldenen Jacke singt.
Beurteilung der CD - Gestaltung:****

Zum Inhalt:
Es gibt hier einen Mix aus Studioaufnahmen und Live Titeln, wobei der größere Teil Studiosongs sind, und hier handelt es sich um Outtakes, Undubbed Versionen und einen Backing Track (Instrumental). Diese Lieder stammen aus der 69er Memphis Session und aus der Session zum Film Live A Little Love A Little.
Die Live Titel sind aufgenommen worden in Las Vegas, August 1970 und ein Titel ohne Angabe von Ort und Datum, vermutlich ist er aber vom 20.7.75 in Norfolk. Elvis hatte ihn dort gesungen, als er die Band vorgestellt hat. Für alle Songs gilt aber, dass Elvis von seiner besten Seite gezeigt wird, es ist erstklassiges Material und besonders bei den Outtakes sehr interessant die Arbeit von Elvis zu verfolgen.
Beurteilung von Elvis´Darbietung: *****

Zur Soundqualität:
Alle Studiosongs weisen eine sehr gute Qualität auf, nicht RCA Standart, aber doch sehr gut. Da viele der Songs von Acetaten kommen, muss man damit auch voll zufrieden sein. Bei den Konzertsongs sieht das schon anders aus. Sie wurden alle vom Publikum aus aufgenommen, weisen jedoch eine erstaunlich gute Qualität auf.
Mit Sicht auf die Soundqualität wäre auf jeden Fall kein Grund  gegeben, einen Bogen um diese CD zu machen.
Beurteilung der Soundqualität:
Studio-Material: *****
Live-Material: ***+

Details zum Inhalt:
Es geht los mit der Session zum Soundtrack von Live A Little, Love A Little. Wir hören als erstes den Take 6 von Edge Of Reality, weiter hinten in der Tracklist bekommen wir davon auch noch den Take 8, der wurde auch als Master gewählt. Take 6 ist dem schon ähnlich, aber noch verhaltener.
Als nächstes gibt es den Take 5 von Wonderful World, auch ein Song aus dem oben genannten Film. Hiervon bekommen wir auf dieser CD auch noch die Takes 15 und 17 zu hören. Der Master war der Take 17, der Take 15 ist dem sehr ähnlich, aber Take 5 ist noch merkbar unausgereift.
Auch von A Little Less Conversation hören wir neben dem Take 16 (Master) noch den Take 10, der kann sich aber durchaus schon mit dem Master messen lassen und Elvis macht eine kleine Textänderung.
Weiter geht es mit 4 Songs aus den American Studio Sessions, der erste davon ist Gentle On My Mind, es ist die pure (undubbed) Version ohne die zusätzlichen Instrumente, aber mit Chor - dies gilt auch für den nächsten Titel, der ist Suspicious Minds.  Bei Rubberneckin´ handelt es sich ebenfalls um die Undubbed Version, ebenso bei You´ll Think Of Me.
Man kann sich dann den Backing Track von Almost In Love anhören, der fertige Track aber ohne die Stimme von Elvis.
Der erste Live Song kommt vom 21.8.70 in Las Vegas, es ist der Titel Cryin´Time (bekannt auch aus TTWII), hier sehr schön von Elvis gesungen und in einer wirklich guten Qualität für eine Audience Aufnahme, eine Freude hier zuzuhören.
Dann kommt Suzie Q, müsste wie oben erwähnt aus Norvolk vom 20.7.75 sein, als Elvis ihn während der Bandvorstellung sang, möglich ist aber das er dies öfter machte, deshalb nur eine Vermutung. Leider der schlechteste Song auf der CD was die Qualität betrifft.
Als letzten Song gibt es das Medley von Blue Suede Shoes / Whole Lotta Shakin´Goin On / Blue Sude Shoes. Hier wieder eine bemerkenswert gute Soundqualität, aber auch dabei handelt es sich um eine Audience Aufnahme. Es ist die erste Live Version die Elvis davon brachte. Whole Lotta Shakin´ ist auch nur kurz im Mittelteil vertreten, Blue Suede Shoes kann bei diesem Medley 90% des Vortrages für sich verbuchen.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
Wir finden hier viele interessante Outtakes und Undubbed Versionen, dazu noch seltene Live Vorträge. Das ist Grund genug, dass man sich die CD kauft.
Die Qualität stimmt und handelt sich um hochwertige Songs, daher kann man diese Veröffentlichung jedem wärmstens empfehlen.
Es ist immer schön sich ins Studio versetzen zu können und zu erleben, wie Elvis sich Take für Take an den Master herantastet, das bekommt man auch auf dieser CD geboten.
Gesamturteil: *****

 

El Goes El Paso

         

Tracklist:

Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman/Amen
Love Me
If You Love Me
You Gave Me A Mountain
All Shook Up
Teddy Bear/Don't Be Cruel
Help Me
Fever
Jailhouse Rock
And I Love You So
Polk Salad Annie
Band introductions
Early Morning Rain
What'd I Say
Drum solo
Bass solo
Piano solo
Keyboard solo
Love Letters
School Days
Hurt
Hurt (reprise)
Hound Dog
Funny How Time Slips Away
Can't Help Falling In Love
Closing Vamp/Announcements

El Goes El Paso
(audionics 2005-02-2)


Zur Aufmachung:
Bei diesem Projekt ist sofort ersichtlich, dass sich die Macher viel Mühe gegeben haben und sehr ins Detail gegangen wurde. Ein 12-seitiges Booklet mit tollen Fotos und vielen Infos zur Show, mit viel Liebe gemacht, ist ein wunderbarer Bestandteil zu dieser Veröffentlichung. Neben den Infos zur Show selbst, gibt es noch eine Liste der Mai/Juni Tour 1976, mit allen Angaben  über Zeit, Ort, Datum und Zuschauerzahl der einzelnen Konzerte. In der Mitte findet man ein schönes farbiges (alle Bilder sind in Farbe) Poster über beide Seiten. Die CD ist auch eine Picture-CD mit einem starken Action-Foto vom King. Das Inlay ist nur weiß, aber auf dem Back-Cover ist ein weiteres Top-Bild und die Tracklist findet man dort ebenfalls.
Eine mehr als gelungene Aufmachung ist schon für sich ein Anreiz dieses Teil zu kaufen.
Beurteilung der CD - Gestaltung:*****

Zum Inhalt:
Elvis war im Zuge dieser Mai / Juni Tour in El Paso / Texas am 02.06.1976 und hat dort vor 7050 Zusehern eine Show absolviert. Und diese Show hören wir komplett (einzig das Umdrehen des Bandes beim Piano Solo führte zu einigen Sekunden die fehlen) und als Soundboard-Mittschnitt.
Die Sommer Konzerte von 1976 waren teilweise recht schwach und gehören in die Zeit die als die schwächste des "On Stage-Elvis" zählt. Auch hier eine wenig ermunternde Tracklist, aber doch eine Performance, die sich etwas abhebt und fast nichts von Elvis´ Problemen erkennen lässt.
So passiert hier nichts, was das Herz des Hörers in gefährliche Bereiche ausschlagen lässt, aber man freut sich über des Königs gute Laune und anständig gesungene Lieder.
Beim zuhören kommt einem eigentlich gar nicht in den Sinn, dass Elvis zu jener Zeit seine schlimmsten Vorstellungen hinter sich brachte.
Beurteilung von Elvis´ Darbietung: ****

Zur Soundqualität:
"An original Soundboard Recording" steht auf dem Frontcover, und es ist eine sehr gute Aufnahme.
Der Sound ist wirklich sehr rein, Elvis ganz klar im Vordergrund, die Instrumente leider oft zu sehr hinten und zuwenig am Geschehen beteiligt - aber so wurde es nun mal aufgenommen. Es gibt ein paar Rückkoppelungen die etwas nerven, sonst ist aber alles im grünen Bereich.
Auch hier hat das Audionics-Team bei der Restauration super Arbeit geleistet, und wie im Booklet erwähnt mit den neuesten technischen Methoden (im Jahr 2004) das Beste herausgeholt.
Beurteilung der Soundqualität: *****

Details zum Inhalt:
Man schaut sich die etwas "armselige" Tracklist auf der CD an, und überlegt, ob man überhaupt Lust hat, sich diese, wie es scheint, 08/15 Show auch anzuhören.
Doch stellt sich bald heraus, wie gut die Entscheidung, die CD einzulegen, doch schlußendlich war.
Sobald Elvis nach Also Sprach Zarathustra mit seinem See See Rider beginnt, wird nach den ersten Wörtern schon klar, wie die Show aussehen wird. Es zeigt sich nämlich sofort eine positive Power und der rasante, kraftvolle Vortrag lässt erahnen, in welch guter physischer Verfassung sich Elvis befindet.
Die Bestätigung dafür liefert er auch schnell, indem er viel redet und herumalbert, und vor allem wie deutlich und ohne jegliches Stottern er das tut. Keine Spur der in diesen späten Jahren oft zu hörenden "Nuschelsprache", als hätte er Mühe, einen ganzen Satz sprechen zu können.
Hier ist er putzmunter und augenscheinlich nicht unter zu starkem Einfluss irgendwelcher chemischer Substanzen. Man freut sich richtig mit ihm über einen schönen Abend der noch zu erwarten ist.
Wäre das nur nicht diese imense Menge an Songs im Repertoire, die alle aus längst vergangenen Jahren stammen. Lediglich 4 Songs sind gerade noch als aktuell einzustufen, wo mit If You Love Me Let Me Know aber auch schon an der Schmerzgrenze gekratzt wird, den hat er auch schon einige Zeit im Programm. Auch Help Me hat schon zwei Jahre auf dem Buckel, ist aber ein erstklassiger Vortrag, und mit Unterstützung von Sherril eines der Highlights dieser Show - soooo gefühlvoll und sanft gesungen. Das gilt so beinahe auch für den dritten aktuelleren Song - And I Love You So, auch wunderbar, aber das war bei dem Song sowieso selten anders.
Und das neueste Lied überhaupt - HURT - dürfen wir gleich zweimal vollständig hören, beim zweiten Mal noch hauchdünn, besser als beim ersten Durchgang. Ansonsten teilen sich die lange Bandvostellung und Oldie an Oldie die restliche Zeit der Show. Fairerweise muss man anmerken, dass die Oldies aber sehr hörenswert sind, Elvis gibt sich durchaus einige Mühe damit. Polk Salad Annie rockt hart, und auch der Jailhouse Rock "dampft" mehr als oft davor und danach.
Elvis ist auch sehr gesprächig und seine gute Laune über die gesamte Show ist ansteckend.
So lässt sich dieses Konzert doch als sehr nett einstufen und ist das Anhören in jedem Fall wert.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
Weil hier die wirklichen Höhepunkte nicht zu finden sind, (betrifft die Songauswahl) wird sich die Mehrheit keine großen Gedanken machen müssen, ob das sauerverdiente Geld genau mit dieser CD verprasst werden muss. Wenn man andere 76er Konzerte sein eigen nennen kann, oder an Standart-Shows kein Interesse hat, kann man getrost vorbeigehen und das Geld in eine andere Veröffentlichung investieren. Sammler brauchen sie in jedem Fall, und auch jene, die auf  erstklassige Aufmachung und tolle Booklets wert legen.
Gesamturteil: ****

 

Elvis At Full Blast

         

Tracklist:
 
Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman
Proud Mary
Until It's Time For You To Go
You've Lost That Loving Feeling
Polk Salad Annie
What Now My Love
Fever
Love Me
All Shook Up
Teddy Bear/Don't Be Cruel
Heartbreak Hotel
Blue Suede Shoes
Little Sister/Get Back
Hound Dog
It's Over
Suspicious Minds
Introductions
My Way
A Big Hunk O'Love
American Trilogy
Can't Help Falling In Love
 
Elvis At Full Blast
(Fort Baxter 2098)


Zur Aufmachung:
Die Gestaltung des Covers (im Andy Warhol Stil) ist hier wohl stark Ansichtssache, dem einen gefällt es, der andere findet es eher ungelungen.
Immerhin, die Bilder sind recht passend, das ist schon ein gutes Zeichen. Das leider sehr kleine Bild auf dem Backcover mit dem Hilton Hotel zeigt schon recht eindrucksvoll wie die Ankündigung für Elvis damals aussah, sehr gewaltig von der Größe her gemessen.
Aber Fort Baxter hat sich hier zu einer schnellen Veröffentlichung entschlossen, nachdem auch DAE den Plan hatte die Midnight Show vom selben Tag auf CD zu bringen, daher ist alles übereilt passiert, man wollte keine Zeit verschwenden. Trotz allem kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein.
Beurteilung der CD - Gestaltung:****

Zum Inhalt:
Die hier enthaltene Show zeigt uns Elvis wieder mal künstlerisch gesehen auf höchstem Niveau. Vor allem besticht sie dadurch dass Elvis die Songs regelrecht herauskatapultiert, alles kommt so flott daher wie das selten der Fall ist. Joan Deary hat schon auf der Tape Box vermerkt  "Excellent Show Qualitiy", und dem ist nichts hinzuzufügen. Keine einzige Schwachstelle ist zu finden, Elvis ist ständig mit Power geladen. 1972 gab es eigentlich nur klasse Performances, und hier ist eine der besten davon.
Beurteilung von Elvis´Darbietung: ******

Zur Soundqualität:
Obwohl man auch hier ein Rauschen vernehmen kann, man kann die Show unter "sehr gute Qualität" ablegen. Mehr rauszuholen wäre sicher möglich gewesen, aber genauso müssen wir zufrieden sein, das Konzert überhaupt in solch einer Qualität zu bekommen. Auch die Abmischung ist sehr erfreulich, die Reaktionen des Publikums sind auch gut eingefangen. Elvis und Band sind hier sehr harmonierend eingefangen. Eine wahre Freude beim zuhören erwartet hier den Inhaber dieser Veröffentlichung.
Beurteilung der Soundqualität: *****

Details zum Inhalt:
Man fühlt sich hier beim zuhören richtig angetrieben, es geht rasant vorwärts, da bleibt wenig Zeit zum durchatmen und das ist sehr positiv zu sehen, denn es wird wirklich nicht langweilig. Es beginnt mit "Also Sprach Zarathustra", dann der Übergang in "I Got A Woman", eine sehr ansprechende Darbietung. "Proud Mary" bringt einen richtig ins rollen, sehr flott und energiegeladen der Song.
Elvis bringt jetzt bereits einen der aktuelleren Songs, dies ist "Until It´s Time For You To Go", kommt sehr gut rüber. "You´ve Lost That Lovin´Feeling" ist an der Reihe, und es ist eine absolut ins Ohr gehende Fassung. Schon folgt wieder der nächste bebende Song, mit "Polk Salad Annie" bringt Elvis uns hier zum rocken, tolle Version. Sehr schön auch die beiden nächsten Songs, "What Now My Love" und "Fever" möchte man nicht missen in dieser Art wie Elvis sie uns hier näher bringen will. Es folgt der Oldie-Block, aber keineswegs einfach heruntergedroschen nach Methode der End-Siebziger, hier zwar sehr schnell, aber durchaus noch sehr reizvoll. Ein sehr ansprechendes Medley bildet "Little Sister/Get Back", eine super Kombination. Bei "Hound Dog" hören wir zuerst einen langsamen blusigen Teil, bevor Elvis in den rockigen Teil übergeht.
Danach ein Schwätzchen mit den Fans, Elvis war 1972 doch mehr auf das Programm fixiert, doch diese Cd zeigt uns dass er gerne auch schon mal den Kontakt zum Publikum suchte. "It´s Over" bekommen wir jetzt zu hören, eine solide Fassung ohne Grund daran etwas zu bemängeln. Mit den Worten "Suspicious Minds" kündigt er sofort den nächsten Titel an und legt auch sofort los. Eine Power-Version und immer wieder hörenswert, es soll ja ein Schnitt in dem Song vorhanden sein, der ist aber nicht wirklich auszumachen. Die "Band Introductions" folgen nun, sehr schnell durchgezogen und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Es ist dann "My Way" an der Reihe, wirklich eine gelungene Nummer, schön zu hören. Nochmal kommt in Elvis das Feuer des Rockers hoch, gemeint ist damit "A Big Hunk O´Love", ein Song den er immer mit mehr Respekt zu singen schien als die restlichen 50er Songs, immer wieder ein Erlebnis. Der vorletzte Titel auf dieser CD ist "An American Trilogy", mit einer der besten Versionen davon überhaupt werden wir hier angenehm auf das Ende der Show vorbereitet, dieses folgt dann auch schon mit "Can´t Help Falling In Love", ebenfalls noch sehr gefühlvoll gesungen. Wir bekommen auch noch den "Closing Vamp" zu hören, damit ist dieses herausragende Elvis-Live-Erlebnis aber dann unweigerlich zu Ende.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
Als Fazit kann man mal wieder sagen dass auch diese Cd in jede gutsortierte Sammlung gehört. Elvis bietet eine Top-Performance und die Qualität ist auch sehr zufriedenstellend. Es besteht kein Grund, vom Kauf dieser Cd abzuraten. Ganz im Gegenteil. Man hat ja meist von 1972 das Madison Garden Konzert von RCA in der Sammlung. Trotzdem stellt die her besprochene CD eine schöne Bereicherung dar.
Gesamturteil: *****+

 

From Sunset Blvd To Paradise Rd.

          

Tracklist:
CD 1

If You Love Me - If You Love Me - Promised Land - Promised Land - Down In The Alley - Down In The Alley - It's Midnight (#1) - It's Midnight - Your Love's Been A Long Time Coming - Good Time Charlie's Got The Blues - Softly, As I Leave You - Softly, As I Leave You - I'm Leavin' - The First Time Ever I Saw Your Face - Proud Mary - If You Talk In Your Sleep - If You Love Me 

 

 

CD 2

Twelfth Of Never - Faded Love - Just Pretend - Twelfth Of Never (Overdubbed version)

Big Boss Man - Proud Mary - Down In The Alley - Good Time Charlie Got The Blues - Never Been To Spain - It's Midnight - If You Talk In Your Sleep - I'm Leavin' - Let Me Be There - Softly As I Leave You - If You Love Me - Love Me Tender - Polk Salad Annie - Band Introductions - Promised Land - My Baby Left Me - Bridge Over Troubled Water - Fever - Hound Dog - Can't Help Falling In Love

Elvis...from Sunset Boulevard to Paradise Road...
(DAE 3595-6/7)

Zur Aufmachung:
Eine Doppel CD in herrlicher Verpackung hält man mit dieser Veröffentlichung in Händen. Untergebracht im Digi-Pack und alles in lila und s/w gehalten macht das einen guten ersten Eindruck. Später gab es das auch als Doppel CD in einem Jewel Case, dort fehlte dann auch nichts, man hatte alle Infos und Bilder in einem Booklet untergebracht. Schöner und beliebter ist allerdings die Digi-Pack Ausgabe. Klappt man das Teil auf, findet man innen einen Text mit Infos über das hörende Material und erstklassige Fotos. Beim erscheinen der CD waren diese Bilder neu und bis dahin unveröffentlicht. Auch der Suit, den Elvis auf den Fotos trägt, war nicht jedem bekannt. Es sind Fotos die in Las Vegas in Elvis´ Garderobe zwischen zwei Shows entstanden sind.
Optisch eine wirklich sehr schön gestaltete Hülle für die CD´s.
Beurteilung der CD - Gestaltung:******

Zum Inhalt:
Auf CD 1 bekommen wir Proben vom 16.08.1974 aus dem Studio C in Hollywood. Elvis hat für die neue Vegas Gastspielreihe mehrere Tage dort geprobt. Dabei sind einige echte Hammertitel dabei, einige die er leider nie live gesungen hat.
CD 2 beginnt mit weiteren Proben vom gleichen Tag, dann folgt eine bearbeitete Fassung von "The Twelfth Of Never", und anschließend noch die Opening Show vom 19.08.1974 in Las Vegas, mit größtenteils den Songs, die auch dafür geprobt wurden. Die Proben zeigen Elvis in völlig lockerer Stimmung und man bekommt einen Eindruck wie die Arbeit vor sich ging bis der Song so aussah, wie Elvis sich das vorstellte. CD 2 mit der Live Show zeigt uns einen Elvis, der sich stark auf die Show konzentriert und versucht mit seinem neuen Programm die Zuschauer perfekt zu unterhalten. Alles tolle Vorträge.
Beurteilung von Elvis´Darbietung: ******

Zur Soundqualität:
Die Soundqualität ist nicht so astrein wie man es inzwischen von einigen Bootlegs gewohnt ist. Besonders bei den Proben ist die Qualität nicht direkt vergleichbar mit dem Material das man von  RCA mit Studiosachen kennt. Hier liegt der Grund einfach darin, dass man diese Aufnahmen auf einer einfachen Scotch Kassette festgehalten hat und nicht mit einem richtigen Studioband gearbeitet hat.
Das Konzert wurde auch bearbeitet und ist in dieser Qualität vorher nicht zu haben gewesen. Man hat aus allem das Beste rausgeholt
Beurteilung der Soundqualität: *****

Details zum Inhalt:
CD 1
Auf diesem Silberling sind die Proben untergebracht vom 16.August 1974 im Studio C in Hollywood. Das ist das Studio das man im Film Elvis On Tour sehen kann als er dort "Seperate Ways" aufnimmt. Elvis und die Band und die Vocalgruppe "Voice" kann man hier bei ihrer Arbeit beiwohnen. Elvis ließ die gesamten Proben zu seinem eigenen Zweck mitschneiden um sich das anhören zu können. Leider hat man es eben nicht professionell aufgenommen, sondern nur auf einem Zweispur Kassettenrecorder. Der RCA Tontechniker Ruggieri hat das erledigt. Alle anderen Bänder mit diesem Material sind leider verschwunden, nur das was wir hier hören ist bis jetzt bekannt. Viele der Songs sind hier zweimal zu hören, man hört viel Studio-Talk dazwischen und eben Vorschläge und Wünsche wie die verschiedenen Songs klingen sollten. "If You Love Me Let Me Know" ist sogar dreimal drauf, wobei allein die dritte Fassung davon sogar an die 15 Minuten dauert und hier Elvis versucht es seinem Wünschen nach zu erarbeiten. Ein ganz rares Stück hören wir mit "Your Love´s Been A Long Time Coming", es ist leider keine einzige Live Version davon bekannt. Auch "Good Time Charlie´s Got The Blues" war nur wenige Male im Repertoire vertreten.
Irgendwie hat so eine Probe einen privaten Flair, man meint im Studio zu stehen und alles live zu erleben. Elvis ist nicht unter Druck, er ist ganz gelöst und geht locker an die Arbeit. Es macht viel Spaß sich das anzuhören. Einige Male vergreift er sich arg an der Wortwahl, wenn er mal wieder mit dem Text spielt und dann so Sachen wie bei "Promised Land" zustandekommen  "...and the motherfucker is on...." , ist einfach Spaß, weil ja nie dazu gedacht das alles mal an die Öffentlcihkeit kommt.
CD 2
Bei den ersten drei Tracks handelt es sich noch um die Fortsetzung der Proben, und gleich das erste Lied "The Twelfth Of Never" ist wieder einer den wir leider noch nie live von Elvis zu Ohren bekommen haben. Es ist die einzige überhaupt bekannte Version. Auch der nächste Titel "Faded Love" den er hier probt, war nicht sehr oft live vorgetragen worden. Als letzten Titel der Proben hören wir "Just Pretend", das hat er in diesem Gastspiel dann aber auch nicht verwendet.
Jetzt kommt nochmal der Song "The Twelfth Of Never", diesmal mit einer neuen Pianobegleitung die Davis Briggs 1994 extra dafür ausgearbeitet hat, eine gelungene Sache, das hört sich schön erfrischend an und das Ergebnis  ist eine wunderschöne Ballade.
Es beginnt nun die Show - Opening Night - vom 19.08.1974 in Las Vegas.
Elvis hat die Songlist komplett umgekrempelt, sah blendend aus,  und hat viele aktuelle Sachen ins Programm genommen, die Oldies wurden bis auf wenige Ausnahmen verbannt.
Die größte Tragödie ist die, das er bereits aber der nächsten Show wieder viel mehr zu den alten gewohnten Songs zurückgekehrt ist. Das Publikum hat nicht so auf die neuen Songs reagiert wie er es mit den Oldies erreichen konnte.
Der Einstieg erfolgt direkt mit "Big Boss Man", eine erfreuliche Wahl den Song als  Opener zu verwenden. Das folgende "Praud Mary" war auch lange nicht mehr dabei, ist aber genauso stark wie die Versionen die er einige Jahre davor brachte. Er begrüßt das Publikum und meint den nächsten Song habe er aufgenommen als er noch ein Kind war, "Down In The Alley" ist gemeint. Der Vortrag davon ist eine klasse Sache. Weiter geht es ganz aktuell mit "Good Time Charlie´s Got The Blues", eine grandiose Darbietung bei der die Studioversion einen Vergleich verlieren würde. Er baut auch kleine Textänderungen ein und bringt so alle zum lachen. Danach geht er wieder weiter zurück und erinnert sich an "Never Been To Spain". Elvis greift dann auf eine ganz frische Aufnahme wenn er "It´s Midnight" ankündigt, das wird nämlich erst seine übernächste Single werden. Und schon sind wir bei "If You Talk In Your Sleep" das Teil seiner nächsten Single im Mai ´74 sein wird. Er scherzt noch etwas darüber wer den Song geschrieben hat. Wir bekommen jetzt eine wunderbare Fassung von "I´m Leavin´" zu hören, gefolgt von einer guten Version von "Let Me Be There". Elvis erzählt dann die Geschichte zu "Softly As I Leave You" und sorgt so für Stille im Showroom. Nun kommt die erste Live Version von "If You Love Me Let Me Know", an dem Song an dem man sich bei den Proben die Zähne ausgebissen hat, heute hat man ihn ordentlich hinbekommen. Schnell ein Sprung zurück in die Fifties und er schmettert "Love Me Tender", hat damit etwas Zeit sich um die weiblichen Fans zu kümmern. Es wird wieder wild weil Elvis als nächsten Song "Polk Salad Annie" in Angriff nimmt, dazu macht er seine Karatebewegungen was für die Zuseher eine wahre Freude ist. Angesagt ist nun eine kleine Verschnaufpause, diese verschafft er sich durch die Vorstellung der Bandmitglieder.
Der nächste Punkt macht uns wieder viel Freude, es ist "Promised Land", ein Song den Elvis gerne mag und sein Vortrag davon ist sehr rockig und zieht richtig ab.
Elvis begrüsst dann den Schauspieler Telly Savalas den er schon lange Zeit kannte, sie trafen sich zum ersten Mal bei den Dreharbeiten zu "Kid Galahad" wie er erzählt. Wieder geht es zurück in die alten Zeiten, er bringt "My Baby Left Me", und das sehr gut, ein Spaß und eine gute Wahl.
Ein Publikumsliebling ist nun an der Reihe mit "Bridge Over Troubled Water", und auch das folgende "Fever" ist sehr beliebt und Elvis nutzt es für seine Beinverrenkungen. Und fast dachte man schon das man diesmal von "Hound Dog" verschont wird, aber Elvis erfüllt noch diesen Publikumswunsch und schleudert es noch in gewohnter Weise heraus. Das war dann der letzte Song, bevor er die Show mit "Can´t Help Falling In Love" beendet, dieser Titel ist nicht mehr vollständig enthalten, es wird schon früh ausgeblendet.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
Zusammenfassend kann man sagen, dass diese Doppel CD in jeder ernsthaft geführten Sammlung auf keinen Fall fehlen darf. Die Proben sind interresant anzuhören und man darf Elvis praktisch bei der Arbeit beobachten. Das Konzert mit einer enorm veränderten Tracklist, welche von Elvis mit viel Mühe und Fleiss vorgetragen wird, ist ebenfalls ein besonderes Stück in jeder Sammung.
Ein 2 CD Set ist natürlich nicht gerade günstig in der Anschaffung, hier lohnt sich aber jeder Cent den man ausgibt.
Gesamturteil: ******

 

Guaranteed To Blow Your Mind

         

Tracklist:

Opening Theme (Love Me Tender)
Keep It Going (Voice)
Going Back To Memphis Tomorrow (Voice)
Announcements (Warmup)
Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman/Amen
Love Me -Trying To Get To You
All Shook Up
Steamroller Blues
Teddy Bear /Don't Be Cruel
Love Me Tender
Rock medley: Long Tall Sally/Whole Lot-ta Shakin' Goin' On/
 Mama Don't Dance/Flip, Flop & Fly/Jailhouse Rock/Hound Dog
Fever
Polk Salad Annie
Why Me, Lord
Suspicious Minds
Introductions
I Can't Stop Loving You
Help Me
American Trilogy
Let Me Be There
Funny How Times Slip Away
Can't Help Falling In Love
Closing Vamp
Announcements

Guaranteed To Blow Your Mind
(Luxor 4931-1)


Zur Aufmachung:
Eine sehr ansprechende Covergestaltung haben sich die Leute von Luxor bei der Guaranteed To Blow Your Mind einfallen lassen. Tolle Elvis-Live-Bilder aus der betreffenden Zeit. Gemeint ist aus der März Tour von 1974 aus der dieses Konzert kommt. Bilder von Elvis in diesem `Memphis´ Suit sind auch nicht wie Sand am Meer zu finden und daher besonders erfreulich. Alle Daten zu Songs, Musiker usw. sind im Innenteil zu finden. Das Backcover bringt ein weiteres Bild auf einem rotem Hintergrund und daneben die Songlist und Anmerkungen zum Aufnahmeort. Eine gelungene Arbeit, wie man sie gerne öfter sehen würde.
Beurteilung der CD - Gestaltung:*****

Zum Inhalt:
Die CD bringt uns das Konzert vom 18.4.1974 in Richmond und einen gut gelaunten Elvis, der gerne scherzt, dabei aber keineswegs darauf vergisst, gute Musik zu machen. Wie die gesamte März Tour 74, ist auch diese Show ein außergewöhnlich starker Auftritt von Elvis. Die Show gleicht bzw. ähnelt ungefähr der Show aus Memphis, die wir von RCA auf "Recorded Live On Stage In Memphis" bekommen haben. Der Ablauf ist, bis auf ein paar Songs, gleich.
Damit keine freie Laufzeit der CD verschwendet wird, hat man uns noch als Einleitung zur Show einen Teil aus dem Vorprogramm vom 10.6.1975 in Memphis draufgepackt. Man hört Songs und Ansagen und auch das Stimmen der Instrumente usw.
Beurteilung von Elvis´ Darbietung: *****

Zur Soundqualität:
Beide Teile, also der Eröffnungsblock von 1975 und der Hauptteil der CD, die Show von 1974 in Richmond, hören wir auf dieser Silberscheibe in lupenreiner Soundboard-Qualität. Sie gehört zu den guten Bootlegs und sticht auch in der Soundqualität aus der Schwemme mit den vielen Veröffentlichungen heraus.
Beurteilung der Soundqualität: ******

Details zum Inhalt:
Bevor uns Elvis mit seiner Show begeistert, müssen wir uns erst durch einen minutenlangen Teil aus dem Vorprogramm vom 10.6.75 in Memphis kämpfen. Die Bootleger haben uns daraus zwei Songs der Elvis-Begleitgruppe "Voice" und eine Pause, die aus Ansagen von Al Dvorin und Soundchecks ausgefüllt wird, vorgelegt.
Man kann sich damit einen Eindruck machen, was in der Halle vor sich ging, bevor Elvis ins Geschehen eingreift. Daher auch mal ganz interessant, dass auf einer CD zu haben.
Mit dem 2001 Theme wechseln wir dann zur Show vom 18.3.74 und damit beginnt auch der Teil, den Elvis bestreitet. Mit einem flotten See See Rider legt er los und das Tempo hält er auch über die gesamte Show hoch. Sofort erkennt man, dass dabei keine Langeweile aufkommen wird. Elvis ist recht locker drauf, scherzt gerne mit den Fans herum und gleich am Anfang meint er, es sei schön wieder hier zu sein in Hampton Roads, bevor er blitzartig dann doch Richmond erwähnt.
Zu den besten Stücken dieser Show gehören sicherlich Songs wie Tryin´ To Get To To You, Steamroller Blues, Suspicious Minds wie auch Polk Salad Annie und An American Trilogy. Auch Oldies sind in angemessener Menge zu hören, darunter ein schnelles und tolles Rockmedley aus 6 Songs, und die Mega Hits wie Love Me Tender, All Shook Up und einige mehr kommen nicht zu kurz. Bei Let Me Be There wird der letzte Part nochmal wiederholt. Ein ansprechendes Programm von Elvis, dementsprechend gut vorgetragen, macht die Show zu einem der vielen Highlights der 70er Konzert Jahre von Elvis.
Nachdem Elvis sich verabschiedet hat und seinen letzten Song Can´t Help Falling In Love gesungen hat, kommt wieder Al Dvorin zum Einsatz mit seiner Ansage und damit endet die CD dann auch.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
Für viele wird die CD ein Pflichtkauf sein, für andere ist sie entbehrlich, weil es beinahe der RCA CD mit der Memphis Show - die nur Tage später aufgenommen wurde -  gleicht. Mit dem Eröffnungsblock als Bonus und der schönen Aufmachung, sowie der superben Qualität, ist es aber in jedem Fall ein Schmuckstück in einer CD Sammlung und der Kauf allemal zu empfehlen. Und wie jeder Konzert Fan weiß, gibt es keine zwei Konzerte von Elvis, die sich haargenau gleichen. So findet man auch hier wieder eines, das man gehört haben muss.
Gesamturteil: *****+

 

Holding Back The Years

         

Tracklist:

Also Sprach Zarathustra
See See Rider
I Got A Woman/Amen
Love Me
Let Me Be There
Love Me Tender
Steamroller Blues
All Shook Up
Teddy Bear/Don't Be Cruel
You Gave Me A Mountain
Polk Salad Annie
Introductions
School Days
And I Love You So
Hurt
Hurt (full reprise) Burning Love
America
Hound Dog
Funny How Times Slip Away
Can't Help Falling In Love
Closing Vamp.

Holding Back The Years
(Diamond Anniversary Editions DAE 3595-3)


Zur Aufmachung:
Diese Digi-Pack Veröffentlichung von DAE ist wieder ein Glanzstück, was die Aufmachung angeht. Die zahlreichen Fotos stammen tatsächlich aus der zu hörenden Show. Es sind absolut tolle Bilder, auch wenn Elvis doch sehr füllig ist auf den Bildern, aber so war es eben. Klappt man das Frontcover mit dem sensationell gewählten Foto auf, bekommt man die nötigen Infos über Musiker, Ort, Zeit und Techniker. Eine wahrhaft erstklassige Verpackung.
Beurteilung der CD - Gestaltung:******

Zum Inhalt:
Zu hören ist die Show vom 21.03.1976 in Cincinnati / Ohio, und zwar fast komplett, es fehlt ein Teil vom 2001 Theme. Die Show selber ist allerdings lupenreiner Durchschnitt, keine wirklichen Highlights. Elvis ist nicht gerade überwältigend gut in seiner Performance, doch ist er auch nicht als schlecht einzustufen. Wie gesagt, es ist alles durchschnitt. Enttäuschend ist in erster Linie die Songlist, nichts was man als rar oder gar unbekannt einstufen könnte.
Beurteilung von Elvis´Darbietung: ****+

Zur Soundqualität:
Die Aufnahme stammt, wie im Innencover vermerkt, vom "mixing tesk", also eine Soundboard Aufnahme. Die Qualität kann locker mit den meisten Soundboards mithalten. Auch die Publikumsreaktionen sind fabelhaft eingefangen. Ein echter Spaß diese CD zu hören. Das Ohr hat seine Freude daran.
Beurteilung der Soundqualität: *****+

Details zum Inhalt:
Das erste, worauf man aufmerksam wird, wenn die CD läuft, ist die teilweise anders klingende Instrumentierung. Da hört man auch ganz richtig, die Band ist etwas umgekrempelt bei diesem Konzert. Es fehlt Ronnie Tutt am Schlagzeug, für ihn spielt Larry Londin, und das merkt man auch schnell, macht es aber durchaus sehr interessant weil es wieder irgendwie anders und unbekannt wirkt. Am Piano ist Shane Kiester. Der war selten im Einsatz für Elvis. Er und David Briggs (Electric Piano) sorgen auch für einige neue Klänge.
Den Start macht das 2001 oder auch "Also Sprch Zarathustra" gennant. Davon hören wir leider nur die Endphase. Es kommt ein "See See Rider", bei dem einem schon einige der unbekannten Töne auffallen, aber durchaus gute Version. Nach dem Song begrüßt Elvis gleich mal das Publikum. Er bringt dann sein "Well,well Spielchen" und sagt "Vielen Dank, das wars", so, als ob die Show beendet wäre. Ein Aufschrei im Publikum und Elvis setzt sofort in "I Got A Woman/Amen" ein. Elvis sagt zu Larry Londin (der ja nicht so gut auf die Band eingespielt war): "Es ist leicht Larry, schau mich an". Am Ende von "Amen" kommen alle Fans von J.D´s tiefer Bassstimme auf ihre Kosten. Als nächstes folgt ein kurzer Chat von Elvis mit den Leuten, er imitiert die Schreie der Fans die besagen, er solle sich herumdrehen. Wir kommen zu "Love Me", bricht gleich zu Beginn ab, weil zu langsam wie Elvis anmerkt. Der zweite Versuch klappt aber reibungslos, ganz normaler durchschnitt. "Let Me Be There" ist voll ok, kommt aber nicht ganz an frühere Versionen heran. Dann bekommt man wieder Elvis´Probleme beim sprechen zu hören als er "Love Me Tender" ankündigt. Der Song ist zum küssen und Schalverteilen im Programm und nicht geeignet um ihn besonders hervorzuheben. Allerdings gibts davon noch viel schlechtere Versionen. "Steamroller Blues", welches jetzt folgt, ist da schon wieder ein anderes Kaliber, nicht schlecht. Die Oldies sind dran. Es sind "All Shook Up" und "Teddy Bear/Don´t Be Cruel". Sie werden zu schnell vorgetragen, aber nicht ganz so teilnahmslos, wie es oft der Fall war. Gerade noch gut zu ertragen. Nicht ganz ernst ist Elvis heute bei "You Gave Me A Mountain", kleine Textänderung und Lacher sind inbegriffen. "Polk Salad Annie" besticht durch  sehr stark bemerkbare Unterschiede in der musikalischen Untermalung. Dafür verantwortlich sind die genannten "Ersatz-Musiker". Es ist Zeit für die "Vorstellung der Bandmitglieder". Es sind Solis zu hören, von James Burton (Elvis singt nicht mit), Larry Londin (Drum-Solo), Jerry Scheff (Bass-Solo), tolles Piano Solo von Shane Kiester. Fantastisch, wie auch Elvis dazu anmerkt. "Einer der feinsten Musiker der Welt Ladies And Gentlemen" sagt Elvis und kündigt das Solo von David Briggs an - Klasse. Zum Abschluss noch das Orchester Solo bei dem Elvis "Hail Hail Rock´n Roll" mitsingt. "Das ist von meinem letzten Album" und los geht´s mit "And I Love You So", wird aber gleich wieder abgebrochen und nochmal gestartet. Diesmal mit Erfolg und sehr schön gesungen. Ein Highlight der CD ist jetzt dran, es ist dies "Hurt" ("Kam vergangene Woche raus!", sagt Elvis), und das ist so schön, dass Elvis das gesamte Lied gleich ein zweites Mal bringt, beide Male spitzenmäßig vorgetragen. Man hat Elvis eine Notiz überreicht und ihn gebeten, diese vorzulesen. Das macht er jetzt auch (jemand soll sich bei der ersten Hilfe-Station melden). Man würde sich jetzt eigentlich freuen weil auf der Songlist "Burning Love" der nächste Song ist, doch Elvis´Vortrag ist enttäuschend, den Text bekommt er überhaupt nicht auf die Reihe, damit zeigt sich das leider nicht als weiteres Highlight.
"America The Beautiful" entschädigt dafür zum Teil, eine nette Fassung.
Wir sind bei "Hound Dog", und das ist schnell erledigt, nichts dazu anzumerken.
Mit "Funny How Time Slips Away", welches er noch schön singt, kommen wir dem Ende in großen Schritten näher. Es kündigt sich der letzte Song an. "Can´t Help Falling In Love" ist die Abschlussnummer. Elvis scheint doch schon etwas müde zu sein und wird erfreut gewesen sein, die Bühne nun verlassen zu können. Zum Abgang hören wir noch den "Closing Vamp". Man hört dann noch wie Al Dvorin sein "Elvis Has Left The Building" verkündet.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
So schön die ganze Veröffentlichung auch gemacht ist, so unaufällig ist auch Elvis´Performance. Wer nicht von den bestens bekannten Songs unzählige Standartversionen haben muss, der wird auf diese CD verzichten können.
Wer sie kauft hat aber das Geld nicht zum Fenster rausgeworfen, die Qualität und die Aufmachung sind schon mal derart gut, dass eine Sammlung damit bereichert wird. Kommt immer auf den Standpunkt an. Kauft man, um eine tolle Show zu hören, so wäre man bei anderen CD´s besser beraten, kauft man auch aus optischen Gründen, gibt´s keine Einwände.
Gesamturteil: ****+

 

The How Great Thou Art Sessions Vol.1

         

Tracklist:

1: Run On (1)
2: Run On (2)
3: Run On (3, 4, 5)
4: Run On (6)
5: How Great Thou Art (1, 2, 3)
6: Stand By Me (1, 2)
7: Stand By Me (3, 4, 5, 6, 7)
8: Stand By Me (8, 9)
9: Stand By Me (10)
10: Where No One Stands Alone (1)
11: Where No One Stands Alone (2, 3)
12: Where No One Stands Alone (4)
13: Where No One Stands Alone (wp 1)
14: Where No One Stands Alone (wp 2, 3)
15: Farther Along (1, 2)
16: In The Garden (1, 2)
17: Somebody Bigger Than You And I (1, 2)
18: Somebody Bigger Than You And I (3)
19: Somebody Bigger Than You And I (4, 5, 6, 7, 8, 9, 10)
20: Somebody Bigger Than You And I (11)
21: Somebody Bigger Than You And I (12)
22: Somebody Bigger Than You And I (13, 14, 15, 16)
23: Somebody Bigger Than You And I (wp ending 1, 2)
24: Somebody Bigger Than You And I (wp ending 3, 4)
25: Somebody Bigger Than You And I (wp ending 5, 6)

The How Great Thou Art Sessions Vol.1
(2001 / 07)

Zur Aufmachung:
Die erste CD aus der Reihe der "How Great Thou Art Sessions" kommt mit einem 12-seitigen Booklet der Spitzenklasse. Ein informativer Text über eben diese Session vom Mai 1966 und dazu viele Fotos, die das Fan-Herz höher schlagen lassen, machen alleine hier schon einen erheblichen Gusto zum Kaufen aus, ohne sich über den Inhalt näher Gedanken zu machen.
Das Cover-Foto zeigt Elvis aus "Spinout-Drehtagen", das komplette Heft und auch das Backcover sind in einem schönen dunklen Rot als Hintergrundfarbe gehalten. Alle Session-Details und eine Auflistung der beteiligten Musiker finden wir auf der letzten Seite vom Booklet.
Am Backcover kann man ein weiteres Spinout-Foto und das Cover der HGTA Vol.2 sehen, daneben die Tracklist mit Datums- und Take-Angaben der einzelnen Songs auf dieser CD.
Beurteilung der CD - Gestaltung:******

Zum Inhalt:
Dieser erster Teil der Serie bringt uns 7 der schönsten und besten Gospelsongs von Elvis zu Gehör. Und zwar von jedem Song alle Outtakes die verfügbar sind. Auch einiges an Studiogesprächen ist enthalten. Elvis in einem Hoch zwischen all den verhassten Aufnahmen für die Filme. Das ist die Musik, die ihm alles bedeutete, das wird dann beim anhören auch klar.
Alles passt perfekt, die Songs sind hochkarätig, Elvis ist hochmotiviert und die Musiker sind Leute, die wissen, was sie machen müssen. Elvis wurde für seine Arbeit hier auch sein erster Grammy verliehen, und das voll zurecht.
Beurteilung von Elvis´ Darbietung: ******

Zur Soundqualität:
Der Klang dieser CD kann man in der obersten Klasse einstufen. Man kann hier fast mit RCA-Maßstäben messen, ohne Abstriche als Top einzustufen. Vom Sound her wäre das genauso für den Nicht-Fan eine geeignete CD.
Beurteilung der Soundqualität: *****

Details zum Inhalt:
Diese Veröffentlichung bringt uns Material vom 25 - 27.Mai 1966. Wir haben die Takes 1 - 6 von Run On, das sind alle Outtakes - Take 7 war der Master und war auf der LP zu finden.
Der Titelsong How Great Thou Art war auf der gleichnamigen LP als Master-Take 4 vertreten, hier finden wir die restlichen Takes 1 - 3.
Der unglaublich schöne Song Stand By Me ist als nächstes zu hören. Es sind alle Takes von 1 - 10 auf dieser CD - der einzig fehlende Take 11 war wiederum der Master und auf der LP verwendet worden.
Weiter geht´s mit Where No One Stands Alone. Davon haben wir hier alle 4 Takes, und die Workpart-Takes 1, 2, 3. Master für die LP war der Take 4 mit Workpart 7.
Von Farther Along gibt es nur 3 Takes (Take 3 war Master und wurde auf der LP veröffentlicht), diese CD beinhaltet Take 1 und 2.
Für In The Garden gilt genau das Gleiche wie für Farther Along, es gibt nur 3 Takes und hier sind Take 1 und 2 zu hören.
Der letzte Song auf der CD ist Somebody Bigger Than You And I, der Master war Take 16 mit Workpart Take 6. Wir bekommen hier alles davon, die Takes 1 bis 16, und auch die Workpart-Takes 1 bis 6.

Gesamtbewertung dieser Veröffentlichung:
Man kann nur ein unbedingtes MUSS aussprechen. Diese CD muss in jede Sammlung. Dies gilt im besonderen für diejenigen, die Elvis gerne Gospels singen hören.
Das Label " 2001" hat mit dieser CD ein Schmuckstück fabriziert, und jeder sollte versuchen seine Sammlung damit zu verschönern. Das Anhören der CD ist ein einzigartiges Erlebnis für sich.
Gesamturteil: ******